GeologieGeology

Geologie

Als Alter der Erde wird heute ein Wert um 4.6 Milliarden Jahren ange- nommen. Die durch Zeugnisse belegte Erdgeschichte reicht bis rund 4.3 Milliarden Jahre zurück. Erste einfachste Organismen erschienen vor rund 3.5 Milliarden Jahren, doch muss wohl auch schon davor Leben existiert haben. Aus den ersten Anfängen entwickelte sich die Organismenwelt fortlaufend weiter. Nur die erfolgreichen Gruppen setzten sich im ständigen Lebenskampf durch.

Steine sind das älteste Speichermedium der Erdgeschichte, weit über- legen einem Computerchip. Vieles von dem, was wir heute über die Natur wissen, verdanken wir dem Erinnerungsvermögen von Gesteinen. Sie bergen die erstarrten Spuren eines Vulkanausbruchs ebenso, wie Informationen über das Klima in der geologischen Vergangenheit. Auch die Geschichte des Lebens ist in den Gesteinen und in den darin ein- geschlossenen Versteinerungen überliefert. Man muss danach graben, daher der Name Fossilien, der sich vom lat. Verb "fodere" d. h.  graben ableitet.

Diese Zeugnisse sind meist unvollständige, mehr oder weniger stark ver- änderte Reste von Organismen und deren Spuren. Mit ihnen und ihrer Deutung befasst sich die Wissenschaft der Paläontologie, das ist die "Lehre vom früheren Sein" (gr.).

Interesse für Fossilien gab es bereits in prähistorischer Zeit: So wurden Fossilien gelegentlich als Grabbeigaben von Vorzeitmenschen ge- funden. In der Antike erwähnten Philosophen erstmals Fossilien. Schon damals wurden sie teilweise richtig interpretiert und machen darauf aufmerksam, dass sie von anderen Lebewesen stammen, als gegen- wärtig auf der Erde leben.

Hingegen hielt Aristoteles Fossilien für Gebilde, die durch Kräfte im Inneren von Gesteinen entstanden seien. Diese Meinung hielt sich bis ins Mittelalter. Erst Albertus Magnus und Leonardo da Vinci sahen in ihnen sichere Reste organischen Lebens.

Dennoch blieb bis fast in die Mitte des 18. Jhdt. die Ansicht bestehen, dass Fossilien Naturspiele seien, die durch übernatürliche Kräfte ent- standen waren. Georg Agricola etwa hielt sie für mineralische Gebilde; fossile Fische, Knochen und Hölzer deutete er hingegen richtig - als Reste von Tieren und Pflanzen.

Fossilien oder Versteinerungen sind also Reste vergangenen Lebens, gleichsam Bilder der Vergangenheit. Diese Schaustücke der Natur waren einem ständigen Wechsel unterworfen. Man kann sie mit der Mode oder einem Stil in der Architektur vergleichen: Jede Zeit hat ein- malige, unnachahmliche Kreationen und Schöpfungen hervorge- bracht: Solche, die nur von kurzer Lebensdauer waren, werden als Leitfossilien bezeichnet. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, das relative Alter von Ge- steinen zu bestimmen, in denen sie enthalten sind. Andere Organismen veränderten sich hingegen weniger rasch. Das sind konservative Formen, die für die Altersfeststellung von Ablagerungs- gesteinen weniger gut geeignet sind. Im Kalender des Geologen können sie nicht "auf den Tag genau" datiert werden.

(C) Hans P. Schönlaub

Wirbelreste eines Reptils aus dem Gitschtal (H.P. Schönlaub)
Pflanzenabdruck von der Krone (H.P. Schönlaub)
Trilobitenreste aus Nötsch (H.P. Schönlaub)
Algen im Querrschnitt (H.P. Schönlaub)